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Faber-Castell: Geschichte & Eigentümer einfach erklärt

Maximilian Marvin Becker Wolf • 2026-06-21 • Gepruft von Elias Hoffmann

Wer einen Faber-Castell-Stift in der Hand hält, hält mehr als nur ein Schreibgerät – er hält ein Stück deutscher Industriegeschichte, denn seit 1761 führt dieselbe Familie den Betrieb, und die bunten Polychromos-Stifte sind Generationen von Schulkindern vertraut. Dieser Artikel ordnet die Fakten ein: wer steckt hinter der Marke, wo wird produziert, und wie groß ist das Vermögen der Familie wirklich?

Gründungsjahr: 1761 ·
Hauptsitz: Stein bei Nürnberg ·
Inhaber: Familie von Faber-Castell ·
Mitarbeiter: ca. 7.000 (2020) ·
Umsatz: 601 Mio. EUR (2020/21) ·
Produkte: Schreibgeräte, Künstlerbedarf

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Genaues Privatvermögen unterliegt Schätzungen
  • Exakte Mitarbeiterzahl schwankt je nach Quelle
  • Umsatzanteile einzelner Produktlinien nicht öffentlich
  • Behauptung des ausschließlich nachhaltigen Holzeinsatzes (Unternehmensangabe, nicht unabhängig verifiziert)
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Übergabe an die neunte Generation läuft (Private Banking Magazin (Fachmedium für Vermögensstrategien))
  • Ausbau der Nachhaltigkeitsstrategie (Private Banking Magazin (Fachmedium für Vermögensstrategien))
  • Stärkung des Premiumsegments Graf von Faber-Castell (Private Banking Magazin (Fachmedium für Vermögensstrategien))

Sieben Fakten auf einen Blick – von der Gründung bis zur heutigen Eigentümerstruktur.

Merkmal Wert
Gründungsjahr 1761
Hauptsitz Stein bei Nürnberg
Rechtsform Aktiengesellschaft (nicht börsennotiert)
Eigentümer Familie von Faber-Castell
Mitarbeiter ca. 7.000
Umsatz 601 Mio. EUR (2020/21)
Produktkategorien Schreibgeräte, Künstlerbedarf, Büroartikel

Wem gehört die Firma Faber-Castell heute?

Die kurze Antwort: der Familie von Faber-Castell – zu 100 Prozent. Das Unternehmen ist eine Aktiengesellschaft, aber die Aktien befinden sich sämtlich im Besitz der Familie. Es gibt keinen Börsengang und keine externen Anteilseigner. Laut Private Banking Magazin (Fachmedium für Vermögensstrategien) greift derzeit eine neue Inhaberstrategie, die den Übergang an die neunte Generation vorbereitet.

Die heutigen Eigentümer

Die Anteile werden von verschiedenen Familienzweigen gehalten. Bis zu seinem Tod im Jahr 2022 führte Anton Wolfgang von Faber-Castell das Unternehmen als Vorsitzender der Geschäftsführung. Seither haben seine Kinder die Verantwortung übernommen. Die Familie hält das Unternehmen fest in ihren Händen.

  • 100 % der Aktien im Familienbesitz (Private Banking Magazin – erste Nennung; weitere Verweise siehe oben)
  • Kein Streubesitz, keine institutionellen Anleger
  • Die Familie steuert sowohl strategische als auch operative Entscheidungen

Die Rolle der Familie von Faber-Castell

Die Familie ist nicht nur Eigentümerin, sondern stellt auch die Führungskräfte. Diese enge Verflechtung von Besitz und Management ist ein Kennzeichen der deutschen Familienunternehmen und ein Grund für die Kontinuität der Marke. Der Bayerische Rundfunk (Regionalberichterstattung) beschreibt die Firmengeschichte als „Zeitstrahl mit Meilensteinen“ – von bescheidenen Anfängen bis zu bahnbrechenden Erfindungen.

Keine Börsennotierung

Anders als viele Konzerne hat Faber-Castell bewusst auf einen Börsengang verzichtet. Die Familie möchte unabhängig bleiben und langfristig planen – ein Modell, das in der Schreibwarenbranche selten geworden ist.

Fazit: Faber-Castell ist kein Konzern mit anonymen Aktionären, sondern ein Familienunternehmen im wahrsten Sinne. Für Käufer von Premium-Schreibgeräten heißt das: Die Marke steht mit ihrem vollen Namen hinter jedem Produkt.

Die Implikation: Diese Unabhängigkeit erlaubt langfristige Investitionen ohne Druck durch Quartalszahlen.

Woher stammt die Familie Faber-Castell?

Die Wurzeln liegen in Nürnberg beziehungsweise im benachbarten Stein. Was 1761 als kleine Werkstatt begann, ist heute ein globaler Konzern – aber die Familie ist ihrer Heimat treu geblieben.

Die Ursprünge im 18. Jahrhundert

Der Schreiner Kaspar Faber ließ sich 1761 in Stein mit einer kleinen Werkstatt nieder, wie Ofrex AG (Schweizer Fachhändler für Bürobedarf) berichtet. Aus dieser bescheidenen Stiftmacherwerkstatt entwickelte sich über Generationen einer der bekanntesten Schreibwarenhersteller der Welt.

  • 1761: Kaspar Faber gründet die Werkstatt
  • 1839: Lothar Faber erfindet den modernen Bleistift
  • Die Familie blieb über acht Generationen am Ruder

Die Heirat von Ottilie von Faber und Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen

Der entscheidende Wendepunkt kam 1898: Freiin Ottilie von Faber heiratete den Premierleutnant Graf Alexander zu Castell-Rüdenhausen. Faber-Castell (Unternehmenschronik) dokumentiert, dass aus dieser Ehe fünf Kinder hervorgingen. Die Verbindung vereinte das bürgerliche Fabervermögen mit dem Adelsnamen Castell.

Die Namensentstehung

1905 entstand der Doppelname Faber-Castell – ein Kunstgriff, der bis heute Bestand hat. Die Familie ist eng mit der Region Stein verbunden und lebt dort seit Generationen. Ofrex AG (Schweizer Fachhändler) betont, dass die Familie bis heute eng mit dem Standort Stein verbunden ist.

Fazit: Die Marke trägt die Geschichte im Namen: Faber steht für das Handwerk, Castell für den Adel. Diese Doppelidentität prägt das Unternehmen bis heute.

Das Muster: Die Verbindung von Handwerk und Adel verlieh der Marke ein Alleinstellungsmerkmal.

Der Dreh- und Angelpunkt

Ohne die Hochzeit von Ottilie und Alexander im Jahr 1898 wäre der Name Faber-Castell nie entstanden. Aus einer reinen Schreinerei-Werkstatt wurde eine Adelsmarke – ein sozialer Aufstieg, der in der deutschen Industriegeschichte selten ist.

Ist Faber-Castell made in Germany?

Die kurze Antwort: ja – aber nicht für jedes Produkt. Die Spitzenprodukte werden in Stein gefertigt, einfachere Linien auch im Ausland.

Produktionsstandorte

Der Hauptsitz und das größte Werk befinden sich in Stein bei Nürnberg. Wikipedia (deutschsprachige Enzyklopädie) gibt an, dass Faber-Castell eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Stein ist. Daneben gibt es Produktionsstätten in Brasilien, Indien und Indonesien. Die Fertigung in Asien und Südamerika deckt vor allem Einstiegssegmente und Regionalmärkte ab.

  • Werk Stein: Premiumprodukte wie Polychromos und die Graf-von-Faber-Castell-Linie
  • Werke in Brasilien, Indien, Indonesien: Massenware für lokale Märkte
  • Faber-Castell Cosmetics (gegründet 1978) produziert in Deutschland (Faber-Castell Cosmetics (Unternehmensseite))

Qualität made in Germany

Die Limited-Edition-Heritage-Produkte von Graf von Faber-Castell tragen die Gravur „Handmade in Germany“ (Graf von Faber-Castell (Premiummarke)). Das ist ein klares Qualitätssignal für Sammler und Liebhaber. Die Polychromos-Stifte, eines der bekanntesten Produkte, werden ebenfalls in Stein hergestellt.

Internationale Fertigung

Trotz des „Made in Germany“-Images produziert Faber-Castell auch im Ausland. Das ist branchenüblich – selbst Premiummarken lassen einfachere Produkte dort fertigen, wo die Kosten niedriger sind. Der Unterschied: Die Entwicklung und das Qualitätsmanagement bleiben in Deutschland.

Fazit: Wer einen Polychromos-Stift oder einen Graf-von-Faber-Castell-Füller kauft, erhält tatsächlich ein Stück deutsche Fertigungstradition. Bei günstigeren Stiften ist die Herkunft gemischt.

Der Haken: Das Label „Made in Germany“ gilt nicht für das gesamte Sortiment – Käufer sollten auf die Produktlinie achten.

Wem gehört das Schloss Faber-Castell?

Das Schloss in Stein ist untrennbar mit der Familie verbunden. Es ist nicht nur Wohnsitz, sondern auch Firmensitz und Symbol der Marke.

Geschichte des Schlosses

Das Graf-von-Faber-Castell-Schloss in Stein wird von Tripadvisor (Besucherplattform) als historischer und repräsentativer Ort beschrieben. Es diente der Familie über Jahrzehnte als Wohn- und Geschäftssitz. Das Anwesen ist ein prägnantes Beispiel für die enge Verbindung von familiärem und unternehmerischem Leben.

Nutzung heute

Das Schloss beherbergt den Firmensitz und wird für repräsentative Anlässe genutzt. Die Familie lebt dort bis heute. Ein Teil des Areals dient als Veranstaltungsort für Firmenevents und kulturelle Anlässe.

Öffentliche Besichtigung

Das Schloss ist nicht durchgehend für die Öffentlichkeit zugänglich, aber Teile können im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Die Faber-Castell Besucherwelt (offizielle Erlebniswelt) am Standort Stein macht die Marke und Unternehmensgeschichte erlebbar.

Fazit: Das Schloss ist kein Museum – es ist der Lebens- und Arbeitsmittelpunkt der Familie. Für Besucher lohnt sich der Weg nach Stein, um die Firmengeschichte hautnah zu erleben.

Das bedeutet: Wer das Schloss besucht, betritt privaten Raum – Führungen sind die einzige Gelegenheit zur Besichtigung.

Wie reich ist die Familie Faber-Castell?

Das genaue Vermögen der Familie wird nicht offengelegt. Schätzungen zufolge bewegt es sich im Milliardenbereich.

Geschätztes Vermögen

Das Manager Magazin schätzt das Vermögen der Familie auf 2 bis 3 Milliarden Euro. Damit gehört sie zu den reichsten Unternehmerfamilien Deutschlands. Die Spanne ist allerdings breit, weil das Unternehmen nicht börsennotiert ist und Immobilienwerte schwer zu bewerten sind.

  • Schätzung: 2–3 Mrd. EUR (Manager Magazin)
  • Hauptquellen: Unternehmensanteile und Immobilienbesitz
  • Die Familie zählt zu den 100 reichsten in Deutschland

Quellen des Reichtums

Der Wohlstand speist sich aus zwei Quellen: dem operativen Geschäft der Faber-Castell AG und dem Immobilienbesitz, insbesondere dem Schloss und den Liegenschaften in Stein. Hinzu kommen Beteiligungen in anderen Bereichen.

Vergleich zu anderen Unternehmerfamilien

Im Vergleich zu Familien wie den Aldi-Erben oder den Quandts ist das Vermögen der Faber-Castells bescheidener. Dennoch: Ein Familienunternehmen mit Umsatz von über 600 Millionen Euro und sieben Jahrtausenden Tradition ist eine Seltenheit.

Fazit: Die Familie Faber-Castell ist kein Milliardärsclan wie manche Autodynastien – aber sie hat etwas, das Geld allein nicht kaufen kann: ein Unternehmen, das seit 1761 besteht.

Die Konsequenz: Der Reichtum ist eng an den Fortbestand der Firma gebunden, nicht an liquide Mittel.

Was diese Zahl bedeutet

Die Schätzung von 2–3 Mrd. EUR klingt nach einem riesigen Vermögen – und das ist es auch. Aber es ist kein Cash auf dem Konto, sondern der Wert eines operativen Unternehmens mit 7.000 Arbeitsplätzen. Der Wohlstand ist gebunden an die Firma und ihre Zukunft.

Zeitleiste: Die wichtigsten Stationen von Faber-Castell

Fünf Daten erzählen die Geschichte eines Aufstiegs von der Werkstatt zur Weltmarke.

  • 1761 – Kaspar Faber gründet eine Stiftmacherwerkstatt in Nürnberg (Faber-Castell (Unternehmenschronik))
  • 1839 – Lothar Faber erfindet den modernen Bleistift (Bayerischer Rundfunk (Regionalberichterstattung))
  • 1905 – Namensänderung zu Faber-Castell nach der Heirat von Ottilie von Faber und Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen (Faber-Castell (Familienchronik))
  • 1978 – Gründung von Faber-Castell Cosmetics (Faber-Castell Cosmetics (Unternehmensseite))
  • 2000er – Internationale Expansion mit Werken in Brasilien, Indien und Indonesien

Der rote Faden: Jede Epoche brachte entscheidende Weichenstellungen – von der Erfindung des Bleistifts bis zur globalen Präsenz.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Nicht alles, was über Faber-Castell kursiert, ist eindeutig belegbar. Wir haben die gesicherten Behauptungen und die Unschärfen gegenübergestellt.

Bestätigte Fakten

  • Das Unternehmen befindet sich vollständig im Besitz der Familie von Faber-Castell (Private Banking Magazin)
  • Die Gründung erfolgte 1761 durch Kaspar Faber (Faber-Castell (Unternehmenswebsite))
  • Die Hauptproduktion befindet sich in Stein bei Nürnberg (Wikipedia)
  • Das Schloss Faber-Castell ist im Familienbesitz (Tripadvisor (Besucherbewertungen))

Was unklar ist

  • Das genaue Privatvermögen der Familie unterliegt Schätzungen – die Spannen reichen von 2 bis 3 Milliarden Euro
  • Die exakte Mitarbeiterzahl schwankt je nach Quelle zwischen 6.500 und 7.500
  • Die genauen Umsatzanteile der einzelnen Produktlinien (Polychromos vs. Grip vs. Cosmetics) sind nicht öffentlich
  • Die Behauptung, Faber-Castell verwende ausschließlich Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, stammt vom Unternehmen selbst und ist nicht unabhängig geprüft (Faber-Castell (Konzernwebsite))

„Die Faber-Castell Aktiengesellschaft ist ein deutscher Hersteller von Schreibwaren mit Sitz in Stein bei Nürnberg.“

– Wikipedia (deutschsprachige Enzyklopädie)

„Made in Germany – für höchste Ansprüche.“

– Faber-Castell (Eigenaussage auf der Unternehmenswebsite)

„Die Familie Faber-Castell ist eng mit dem Standort Stein bei Nürnberg verbunden.“

Ofrex AG (Schweizer Fachhändler für Bürobedarf)

„Bei Familie Faber-Castell greift eine neue Inhaberstrategie – die Übergabe an die neunte Generation.“

– Private Banking Magazin (Fachmedium für Vermögensstrategien)

Die Botschaft aus Stein ist eindeutig: Die Familie steht zu ihrer Tradition, will aber auch den Schritt in die nächste Generation schaffen. Für das Unternehmen bedeutet das Kontinuität. Für die Region Nürnberg bedeutet das einen der wichtigsten Arbeitgeber.

Weitere Quellen

en.wikipedia.org

Wer mehr über die Geschichte und die Eigentümer des traditionsreichen Unternehmens erfahren möchte, findet in diesem detaillierten Überblick zu Faber-Castell eine ausführliche Darstellung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Seit wann gibt es Faber-Castell?

Das Unternehmen wurde 1761 von Kaspar Faber gegründet. Seit damals ist es durchgehend in Familienbesitz (Faber-Castell (Unternehmenswebsite)).

Welche Produkte sind am bekanntesten?

Die bekanntesten Produkte sind die Polychromos-Künstlerstifte, die Goldfaber-Buntstifte, die Grip-Schreibgeräte und die Premium-Linie Graf von Faber-Castell (Faber-Castell (Konzernwebsite)).

Wo kann man Faber-Castell Produkte kaufen?

Faber-Castell-Produkte werden über den Fachhandel, Schreibwarengeschäfte, Künstlerbedarfsläden sowie Online-Plattformen wie Amazon und den eigenen Onlineshop vertrieben.

Ist Faber-Castell umweltfreundlich?

Das Unternehmen gibt an, ausschließlich Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern zu verwenden und plant 300.000 neue Bäume zu pflanzen (Faber-Castell (Konzernwebsite)). Diese Angaben sind nicht unabhängig verifiziert.

Wie unterscheidet sich Faber-Castell von Konkurrenten wie Staedtler?

Faber-Castell positioniert sich stärker im Premiumsegment (Graf von Faber-Castell) und im Künstlerbereich (Polychromos). Staedtler hat eine breitere Produktpalette im Bürobedarf. Beide sind deutsche Familienunternehmen.

Bietet Faber-Castell auch Zeichenkurse an?

Faber-Castell bietet auf seiner Website und in der Besucherwelt in Stein regelmäßig Workshops und Zeichenkurse an (Faber-Castell Besucherwelt (offizielle Erlebniswelt)).

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